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30.07.2019

Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst

Sitterviadukt Gruner Wepf AG, St. Gallen

Der Viadukt Sittertobel, mit 99 Metern die höchste Eisenbahnbrücke der Schweiz, ist rund 365 Meter lang und wurde in den Jahren 1907 bis 1910 aus Naturstein und Stahl erbaut. Die Errichtung des mittlerweile denkmalgeschützten Viadukts mit den damaligen Mitteln ist ein Meisterwerk an Ingenieurleistung und Baukunst. Die Eisenbahnbrücke, die den Sittergraben beim Gübsensee überspannt, wurde letztmals vor knapp 40 Jahren verstärkt und instandgesetzt. Nun haben die Brücke und der anschliessende Sturzeneggtunnel eine Totalsanierung nötig.

Die Gruner Wepf AG, St. Gallen hat die Brücke und deren Zustand über 16 Jahre hinweg intensiv untersucht, die Statik mit diversen Nachrechnungen überprüft und einige Sofort- / Überbrückungsmassnahmen umgesetzt. Das vorliegende Instandsetzungsprojekt 2019, bei welchem die Gruner Wepf AG, St. Gallen als Projektverfasser für die Phasen 21 bis 33 beauftragt wurde, ist das Resultat dieser langjährigen Untersuchungen und Nachrechnungen. Bei den Phasen 41 bis 53 wirkt das Team aus St. Gallen nun als Fachunterstützung für die Projekt- und Oberbauleitung der SOB mit. Die Instandsetzung des Sturzeneggtunnels erfolgt durch Dritte.  
 
Für die Erneuerungsarbeiten von Tunnel und Viadukt investiert die SOB rund 19.5 Millionen Franken. Die Bauwerke werden für die nächsten vierzig bis sechzig Jahre wieder fit gemacht. Im Sturzeneggtunnel werden das Tunnelgewölbe instandgesetzt sowie die Fahrbahn und die Fahrleitung erneuert. Das Tunnelprofil wird dabei so angepasst, dass künftig Doppelstockzüge den Tunnel passieren könnten. Beim Viadukt Sittertobel werden die Gleisanlage sowie die Fahrleitung ersetzt. Weiter erhalten die Schottertröge auf den Vorlandbrücken eine neue Abdichtung und die Schotterstärke wird erhöht. Die Stahlkonstruktion des Fischbauchträgers wird teilweise ersetzt bzw. verstärkt, der Schwellenträger ersetzt und der Korrosionsschutz erneuert, damit die Brücke weiterhin den hohen Belastungen standhalten kann. 

 

 

Das Expertenteam ist nicht nur aufgrund der komplexen Statik gefordert, sondern auch hinsichtlich des knappen Zeitplans der Sanierung und der exponierten Lage des Bauwerks: Während fünf Wochen (vom 6. Juli bis zum 9. August 2019) findet eine Vollsperrung zwischen Herisau und St. Gallen Haggen statt. Da die Brücke durch die zeitgleiche Sanierung des Tunnels einseitig abgeschnitten ist, wurde ein Gerüstturm am Pfeiler IV errichtet, damit für die Arbeiten ein weiterer Angriffspunkt vorhanden ist. Dieser kann nach Wiederaufnahme des Bahnbetriebs zudem für die restlichen Arbeiten am Fischbauchträger genutzt werden. Das Sanierungsprojekt für den Viadukt wird bis Frühling 2021 andauern und der Tunnel wird im Herbst 2019 fertiggestellt.

Arbeiten während der Totalsperre:
- Ausbau der alten Gleisanlage und Teilabbruch der Fahrleitung
- Teilerneuerung der Stahlkonstruktion des Viadukts, lokale Erneuerung des Korrosionsschutzes, Einbau des neuen Schwellenträgers
- Erneuerung der Abdichtung der Schottertröge auf den Vorlandbrücken
- Einbau der neuen Gleisanlage
- Montage der neuen Fahrleitung
- Instandsetzungsarbeiten im Tunnel (durch Dritte)

Am besten hören Sie im Video gleich selbst, was Sarah Bitterli und Roman Schweizer von der Gruner Wepf AG, St. Gallen zu diesem spannenden Projekt zu berichten haben: 

Die Gruner Wepf AG, St. Gallen bearbeitet dabei folgende Mandate: 
- Seit 2003: Überprüfung des Zustands des bestehenden Viadukt Sittertobel
- 2008: Hauptinspektion Fischbauchträger (u.A. 1300 Knoten / Verbindungen)
- Instandsetzung 2019: Vorprojekt bis Bauprojekt (inkl. PGV) als Projektverfasser 
- Instandsetzung 2019: Ausschreibungsprojekt als Fachunterstützung SOB
- Instandsetzung 2019: Ausführungsprojekt / Ausführung als Fachunterstützung SOB

Lesen Sie mehr über das Projekt und die historischen Kunstbauten unter www.sob.ch.