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18.12.2019

Eröffnung der neuen Bahnlinie Genf - Annemasse

CEVA construction

Am 15. Dezember 2019 verkehren nach acht Jahren Bauzeit zum ersten Mal fahrplanmässig Züge über «CEVA» - die neue Strecke vom schweizerischen Bahnhof Genf-Cornavin über Genf-Eaux-Vives nach Annemasse in Frankreich. Fast eine Million Anwohner in der Schweiz und in Frankreich werden von CEVA und dem damit verbundenen Ausbau des Bahnnetzes «Léman Express» profitieren. Gruner Mitarbeitende der Stucky SA und der Abteilung Geotechnik haben entscheidend zum Gelingen beigetragen. Das Projekt CEVA umfasste den Neubau einer 8.8km langen, zweigleisigen, meist unterirdischen Strecke und der Ausbau der bestehenden Anlagen über 7.3km. Dabei wurden fünf Bahnhöfe nach einem Konzept des Ateliers Jean Nouvel sowie 2 bergmännische Tunnels und mehrere Tagbautunnels realisiert. Der Bau dieser Anlage im dichtbebauten Stadtgebiet mit vielen setzungsempfindlichen Bauten und zum Teil sehr kompressiblen Baugrundschichten war ausserordentlich anspruchsvoll.

Das Ingenieurteam von Stucky arbeitete als Teil des Konsortiums GECA während 15 Jahren an diesem herausfordernden Projekt. Das GECA Konsortium leitete das Baulos Champel, welches den 1631m langen Streckenabschnitt zwischen Val d'Arve und dem Bahnhof Geneva Eaux-Vives inklusive der Haltestelle Champel-Hôpital umfasste. Das Stucky Team war bei allen SIA Projektphasen dabei, angefangen bei der Anfertigung von Lösungsvarianten (Phase 31) bis hin zu Baubestandsplänen (Phase 53). Ausserdem hat sich die Rolle der Ingenieure während den Projektphasen immer wieder verändert: Für die Station Champel-Hôpital arbeiteten sie mit numerischen Verfahren an den möglichen Lösungen und unterstützten bei den Vorbereitungen für die Submissionsunterlagen sowie bei der Bauleitung während der Ausführung.

Die Spezialisten von Gruner Geotechnik verantworteten das Prüfingenieurmandat für die fünf Bahnhöfe, die Tagbautunnels und die zwei bergmännischen Tunnels. Sie verifizierten dabei die Grundlage und Hydrogeologie und prüften das Bauverfahren sowie die statischen Berechnungen. Darüber hinaus erarbeitete Gruner Vergleichsberechnungen, unter anderem für diverse Setzungs- und Verformungsprognose des Tragwerks, des Baugrunds und des Bestands (3D Finite-Elemente-Methode). Die unterirdischen Bahnhöfe und die Tagbautunnels des Projekts CEVA wurden zumeist in Deckelbauweise erstellt. Die bergmännisch aufgefahrenen Tunnels wurden in Spritzbetonbauweise ausgeführt. In Abhängigkeit der Geologie wurden sie zum Teil in Vollausbruchquerschnitt mit Ortsbrustsicherung und zum Teil in Teilquerschnitten aufgefahren. Viele sensible Altbausubstanz konnte dank den diversen vorauseilenden Massnahmen ohne Schäden unterfahren werden.

Für zusätzliche Informationen: >https://www.gruner.ch/de/referenzen/bahnverbindung-ceva-genf?target=255